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Liebes Publikum,

 

wenn sich  die Komische Oper Berlin und Hebbel Theater am Halleschen Ufer einig darüber wurden, ein rein studentisches Opernprojekt zu zeigen, dann ist mehr passiert als zufällige Nachwuchsförderung. Entgegen schneller Vermutungen ist es natürlich auch kein Lückenfüller im Spielplan, keine dramaturgische Einfallslosigkeit und keine spontane selbstlose Risikobereitschaft der Häuser. Es ist auch nicht die praktische Erkenntnis des frühzeitigen Ausschauhaltens nach Theatertalenten. Nein, wir haben es hier mit der wichtigen Tatsache zu tun, dass sich in den Theatern ein verantwortliches Bewusstsein zum konstruktiven und pragmatischen Dialog mit Studierenden, den zukünftigen Theatermachern anbahnt.

 

Der ist bitter nötig. Denn wir haben es in der deutschen Theater- Schullandschaft zum überwiegenden Teil mit isolierten, zerklüfteten Gebilden von Studiengängen zu tun, ausgewiesen durch Kommunikationsarmut untereinander und natürlich durch mangelnden Kontakt zu den zukünftigen Arbeitsstätten. Wenn vereinzelt studentische Arbeiten an die Öffentlichkeit gelangen, sind es Vorzeigeprojekte „leitender“ Prominente oder verantwortlicher Professoren, deren Handschrift und Dominanz dann auch nicht verborgen bleiben soll.

 

Verbindungen von Theatern zu Ausbildungsstätten gab es in der Vergangenheit selten, sie sind ziemlich unbeliebt und deshalb ungeprobt. Schulen und Theater bleiben in der Regel unter sich. Unser Gemeinschaftsprojekt ist anders und für alle risikoreich. Denn wenn es auch dank der Komischer Oper und  der Beharrlichkeit des Studiengangs Bühnenbild der UDK mit den Regie- studierenden der HfM „Hanns Eisler“ und 30? Gesang- und Musik- studierenden aus verschiedenen Hochschulen nun schon zu fünften Mal gekommen ist, herrscht ständiger Neubeginn. Neue Teams, neue Orte, neue Konzepte – auch der Grundgedanke aller Aktivitäten ist nach wie vor neu und alles andere als schnellen und großen Erfolg versprechend: Die volle Verantwortung der studentischen Leitungsteams über die Arbeit - sie bekommen außer professionelle technische und materielle Unterstützung lediglich fachliche Beratung und die traditionelle Spucke über die Schultern. Reicht das?

 

Allerdings, denn angesichts der unendlich langen Ausbildungs- und Absolventenwege zum Beruf kann sich die ungeschminkte Konfrontation mit der Wirklichkeit des Theatermachens und des Theaterabends als frühe Selbsterkenntnis und Teil einer wichtigen Lehre entpuppen. Theater ohne Öffentlichkeit, ohne Zuschauer ist nicht möglich. Lernenden muss ohne Einschränkung diese Grundbedingung der Berufserfahrung ermöglicht werden. Solche Forderungen und Vorstellungen sind in weiten Kreisen von Theaterverantwortlichen, Kunstlehrern und Rezension aus unterschiedlichen Gründen leider immer noch blasphemisch.

 

Umso mehr freuen wir uns deshalb heute unseren neuen Abend KO 3 „Ritasport“ präsentieren zu dürfen. Im Namen der Beteiligten bedanke ich mich bei allen, die diesen Abend ermöglichten, ganz besonders bei unseren Gastgebern vom „HAU“, sehr herzlich.

 

Prof. Hartmut Meyer, Leiter der Bühnenbildklasse an der UdK Berlin

Aus dem Programmheft K.O.3 Ritasport, 2005