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Raum

 

 

Alleine die Tatsache, das sich Menschen in einem Raum befinden läßt Raum und Mensch  bestimmte aber veränderbare Bedeutung zukommen. Wechselt  man die Menschen, verändert man den Raum und  umgekehrt.

Man stelle  sich im Stadion ein Fußballspiel vor! Und jetzt tausche man die Spieler mit Minensuchern aus, - gut,die Wirkung ist mindestens geheimnisvoll. Belasse ich die turbulenten Spieler und tausche  das Fußballfeld mit einem  Minenfeld, so ist die Wirkung katastrophal. Das Beispiel ist zugespitzt aber verdeutlicht das ,was ich meine. Der Raum bekommt die Fähigkeit zur Animation in Bezug auf alles und alle die sich darin aufhalten. Wie eine chemischen Reaktion die durch die alleinige Anwesenheit eines Katalysators beginnt, generiert der Vorgang zu etwas Zwingendem, Notwendigen. Raum provoziert Verhalten!

 

                 

 

Konzepte

 

So sagen die oft, die Theatermacher. Sieht man genauer hin, stellt man fest, das Konzept, wenn es eins gibt, steht bereits, wenn die sich treffen. Das Konzept besteht im Engagement des Regisseurs mit einem bestimmten Stück, ausgewählt vom amtierenden Intendanten. Der wiederum als Theaterleiter ist ein Konzept von Kommission oder Gremien der Parteien innerhalb und außerhalb von Ministerien usw. Jedenfalls nimmt sich der Regisseur und auch das ist Konzeption, zu seinem Stück den Bühnenbildner den er braucht. Die Auswahl des Bühnenbildners bestimmt, in welche Richtung er den Theaterabend treiben will. Natürlich setzen sich diese Leute hin und sprechen darüber, wie sie das Stück machen wollen und vielleicht haben sie auch eine Menge guter Ideen, trotzdem wird das neue gemeinsame Werk gefärbt sein, einerseits von den bekannten Handschriften der Beteiligten und andererseits von einer Menge anderer komplizierter Dinge, die nicht vorausseh- und planbar sind. Der Begriff Konzept ist zu universell, zu erhaben, als das er auf den oft zerquälten Vorgang des Theatermachens, der in seinem Ablauf von außen kaum steuerbar ist, zutrifft. Wie selbstverständlich ein scheinbar funktionierender Gedanke im Praxistest auf der Strecke bleibt, wird jeden, der sich mit Theater abgibt verblüffen. Er wird  diese Tatsache so oft verkraften müssen, bis er sie irgend wann als Demutserfahrung  begreift. Das heißt nicht, das alle theorielastigen Überlegungen am und zum Theater Schiffbruch erleiden und solche mit visionärer oder spielerischer Orientierung am wenigsten, aber wir haben es hier mit komplexen Situationen zu tun, in die sehr eigenwillige  Individuen eingebunden sind. Der Grundzustand der Arbeit ist dramatisch und fern von Logik. Eine erklärte Absicht aller Beteiligten gemeinsam das Theater zu machen ist zwar ehrlich aber gleichzeitig auch das Ende der Übereinstimmung.  Man will schließlich nicht den Gleichschritt üben als Künstler und findet sich oft an jenem Punkt wieder, an dem psychologisch gar nichts mehr läuft. Letztlich ist es oft instinktgesteuertes Machtgebaren und seine provozierten natürlichen Reaktionen, die die Arbeitsmaschinen aller in Bewegung hält. Mental- und stimmungsabhängig wird Dominanz von Einzelnen dem Gruppenprozeß aufgezwungen und von Allen nach Auseinandersetzungen zur Spielidee weiterverarbeitet. Hinzu kommt, das Spontanität und Zufall nicht nur die Entscheidungsfindung beeinflussen sondern den Theaterprozeß heimlich steuern. Das macht die ganze Sache nicht unwürdiger sondern wie ich finde geheimnisvoll lebendig. Und das dann noch der Bühnenbildner zwischendurch kommt, mit „speziellen Vorstellungen “ins Geschehen eingreift  (was später niemand sehen wird) um mit seinen Vorstellungen auch     etwas Licht ins chaotische Arbeitsdunkel zu werfen, bestärkt meine Vorstellung von der konstruktiven Konzeptionslosigkeit.

 

Und dann gibt es noch die, die sich unbedingt zusammenraufen müssen, und unter ihnen an erster Stelle die Schauspieler. Sonst gibt`s eine ganz besondere Art von Pleite. Selbst professionelle Schauspieler vergessen oft die Rahmenbedingung, die es ihnen zumindest leichter machen würde ihre Arbeit zu tun, denn wenn sie sich zum konzentrierten Spiel zusammenfinden würden, hätten sie schon die halbe Miete drin!

Ich finde, wenn es bei uns ein Zauberwort gibt, dann dieses!

Das Spiel beginnt bereits beim Lesen des Stückes, mit der Installation imaginärer Auseinandersetzungen, - was passiert, wenn? 

Obwohl die Anzahl der Spieler wächst, reduziert sich die Vielfalt der Erscheinungen durch  Auswahl, Ökonomie, Machtveränderung, Zufall - ein komplexer Prozeß, der plötzlich klare Positionen zeigt, ein Ordnungsgefüge ahnen und Figuren sich neu orientieren läßt. ....Ein anderes Spiel beginnt, neue Strukturen zeichnen sich ab, die Spuren hinterlassen an Konstellationen und Stimmungen, bis die Situation plötzlich umschlägt und ein chaotisches Durcheinander beginnt. Also die Suche nach Prioritäten - es kommt zum Wechsel an Gewichtungen, hin und wieder gibt es Klarheit. ....Und auf einmal einen Raum! Lebensstrategien gehen in Spielstrategien über, aber die Regeln sind anders. Die stehen zwar auch nirgendwo geschrieben aber bei der Arbeit miteinander bilden sie sich von selbst heraus. Ja, es ist wohl Neugier an den Möglichkeiten, .....ist das alles?