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Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin

Der verbreiteten Neigung, sich in künstlerischen Berufen nur speziell künstlerisch zu informieren, möchten wir eine Akzentverschiebung zum wissenschaftlich-erkenntnistheoretischen Bereich entgegensetzen, ohne die berufsspezifische Ausbildung zu vernachlässigen. Hier geht es nicht nur um faktische Informationen, sondern auch um Interesse an Fachdebatte und Meinungsstreit.

In der zeitgenössischen Theaterentwicklung sind inhaltliche und ästhetische Aufbrüche in traditionsfremde Bereiche festzustellen, entsprechend hat sich auch das moderne Bühnenbild sowohl von der klassischen Ausstattung als auch vom sogenannten Bildertheater entfernt. In vernetzten Gesellschaften mit ästhetischer Vielfalt und rasanter technologisch-ökonomischer Beschleunigung fordern die Menschen, wenn sie auf die Bühne schauen, kritisch gedankliche Realitätsnähe ein.

Kulturelle Verwerfungen und Reaktionen erzeugen Auffassungs- und Verhaltensänderungen: Diese markieren sich im Bewusstsein als etwas fortschreitend Neues. Für jeden Künstler sind dies umfassende Themenangebote, die existentielle Äußerungen oder zumindest ernsthafte geistige Reflexionen provozieren sollten.

Im gegenwärtigen Theater, sowie in allen anderen künstlerischen Bereichen, gibt es Auseinandersetzungen mit diesen Vorgängen.

Unsere Studierenden sollen nach dem Studium in der Lage sein, mit ihren speziellen Voraussetzungen und ohne künstlerisches Pathos, Positionen zu entwickeln, die in Bezug zu allgemeinen Entwicklungen und Strukturen stehen, unabhängig davon, welchem inhaltlichen Material sie sich widmen.


Entwurfsarbeit

Speziell in theoretischen Bereichen des Studiums entwickeln wir ein Modell der individuell geprägten Konzeptfindung. Hierbei nähern sich die Studierenden einem vorgegebenem dramatischem, musikalischem oder literarischem Material spielerisch-experimentell und erarbeiten es durch weitgefasste kulturelle Recherche

bilderzählerisch auf. Die entstehenden Entwürfe müssen sich prinzipiell nicht in theatertradierter Disziplin befinden.

In den Arbeitsvorgängen spielt die ästhetische, dramaturgische oder kontextbezogene Ausrichtung eine untergeordnete Rolle. Ohne auf bestimmte handwerkliche Techniken festgelegt zu werden, interessieren uns Resultate aus gedanklich und formal vielschichtigen Äußerungen. Im Zentrum steht die künstlerische Suche nach individuellen Haltungen. In regelmäßigen Zusammenkünften haben die Studierenden die Möglichkeit, ihre künstlerischen Ansätze mit Standpunkten, Meinungen und ästhetischen Auffassungen Anderer konfrontiert zu sehen. Eigenwillige Überzeugungen in Bildkonzepten werden zur Diskussion gebracht, verändert und überzeugend verteidigt. Aus den anfänglichen Entwürfen entstehen Konstrukte, die schrittweise Theatersprache werden und sich letztendlich zu schlüssigen Konzepten formen.


Themensprektrum

Im Semesterwechsel werden zu Stücken oder Themenbereichen Einzel- oder Gruppenarbeiten angefertigt, die von Gästen geleitet werden. Die Auswahl der Gäste richtet sich nach fachlicher Notwendigkeit und konzeptionellen Überlegungen der Lehrenden und Studierenden. Angestrebt ist ein breites Spektrum von Künstlern, die sowohl aus Kern- als auch aus Grenzbereichen des Theaters kommen (Regisseure, Dramaturgen, Dramatiker, bildende Künstler, Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen). Damit wird vermieden, dass die Studierenden lediglich eine Auswahl von Handschriften diverser Gastbühnenbildner erfahren, sondern Einblicke und Anregungen aus einem weiten künstlerischen Umfeld erhalten.


Studioprojekt

Wir arbeiten an der Entwicklung eines Praxisprogramms, in dessen Verlauf Bühnenbildstudierende zusammen mit Regie-, Schauspiel- oder Gesangsstudierenden wirklichkeitsnahe, aber in Zeit und Aufwand reduzierte Theaterinszenierungen in einem eigenen Studioraum erschaffen. Die Studierenden sollen hierbei unmittelbar Kenntnisse einsetzen und in praktischer Auseinandersetzung mit den Arbeitspartnern überprüfen. Die Nähe zu dramatischem Material stellt die einzige inhaltliche Vorgabe dar. Die Ergebnisse werden nicht einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, sondern nur Lehrenden und Studierenden zugänglich sein. Selbstverantwortlich Arbeitsvorgänge und -resultate ohne substanzielles Eingreifen von Lehrenden zu erarbeiten, zur Diskussion zu stellen und künstlerisch auszuwerten sind realistische Praxistests, welche wir für wichtige Leistungskriterien in diesem Beruf ansehen. Die Studierenden trainieren einen entscheidenden und grundlegenden Arbeitsvorgang der bühnenbildnerischen Praxis: Die Kommunikation innerhalb eines Inszenierungsteams.


Projektarbeit in der Fakultät Darstellende Kunst

In der Fakultät Darstellende Kunst entwickelte sich die Projektarbeit im Theater- und Probensaal traditionell zu einem Schwerpunkt der studiengangsübergreifenden Aktivitäten. In der Vergangenheit entstanden dabei immer wieder spektakuläre und experimentelle Inszenierungen. Aktuell entwickelt sich unter den Studiengängen eine intensive Diskussion über das Konzept und die Qualität der gemeinsamen Produktionen. Da die turnusmäßigen, "großen" Inszenierungen der Studiengänge Schauspiel, Gesang-Musiktheater und Musical/Show öffentliche Vorstellungen sind, haben sie in der Überzeugung der Fakultät einen Anspruch auf maximale Bühnen- und Kostümgestaltung.


Handwerkliche Grundlagen

Entscheidende Grundlage bei der Findung eines Bühnenbildkonzepts ist seine praktische Umsetzbarkeit. Schon in der theoretischen Vorarbeit spielt die reale Herstellbarkeit einer Idee eine wichtige Rolle. Machbarkeitsprobleme werden durch die Einführung bewusster Einschränkungen simuliert, so dass ein theoretisches Arbeiten unter realen Theaterbedingungen (bauliche und technische Eigenheiten, finanzielle Beschränkungen) entsteht. Als praktische Hilfe werden entwurfsbegleitend Werkstattpraxis und Werkstattleiter-Seminare angeboten.


Berufseinstieg

Absolventen werden üblicherweise über Assistentenverträge an die Theater vermittelt. Das ist nur in den wenigsten Fällen ein guter Einstieg in den künstlerischen Beruf.

In Vorbereitung zu unserem o.g. Studioprojekt haben sich aus Bühnenbild- und Regiestudierenden Arbeitsteams gebildet, die bereits begonnen haben an fiktiven Projekten zu arbeiten. In unserem künftigen Studio werden sie die ersten Inszenierungen erarbeiten. Da die Fakultät Darstellende Kunst keinen Regiestudiengang ausbildet, haben wir für diese Projekte Studierende des Studiengangs Opernregie der Hochschule für Musik Hanns Eisler gewinnen können. Sollten diese Studioprojekte erfolgreich sein, ist erklärtermaßen die Komische Oper und deren neue Leitung unter Andreas Homoki sehr daran interessiert, in ihrer Verantwortung diese jungen Regieteams weiter zu fördern. Dazu will sie Räume bereitstellen und finanzielle sowie technische Unterstützung leisten.

So schaffen wir die Möglichkeit, dass aus anfänglichen Arbeitsgruppen, die an fiktiven Mappenstücken, dann an reduzierten aber praktizierten Studioprojekten arbeiten, im professionellen Umfeld eines Theaters, kleine aber komplette Inszenierungen der Öffentlichkeit vorgestellt werden und sich somit der Einstieg ins Berufsleben chancenreicher gestaltet.


Außendarstellung

Der Studiengang Bühnenbild präsentiert sich in der Öffentlichkeit über Ausstellungen zum jeweiligen Semesterende, über die Beteiligung am UdK-Rundgang, über die Studieninformation und über die Beteiligung an den studiengansübergreifenden Projekten der Fakultät.

Die Außendarstellung wird durch Kooperationen mit Theatern maßgeblich verstärkt. Mit Porträts der Studierenden und Vorstellung der aktuellen Projekte und Studienvorhaben sollen Arbeitskontakte zu Theatern und potentiellen Partnern geknüpft werden.


Perspektive

Die Bühnenbildklasse in der Fakultät Darstellende Kunst ist ein kleiner, sehr spezialisierter Studiengang, der seine Studierenden auf traditionelle, aber auch völlig neue Bereiche der darstellenden Kunst vorbereitet. Durch den besonderen Charakter dieser Ausbildung werden die Absolventen in der Lage sein, ihre künstlerische Arbeit in Theatern, Opernhäusern oder anderen Medien hochqualifiziert zu leisten. In besonderen Fällen sind sie auf den Wechsel in andere künstlerische Berufe vorbereitet.

Für das künstlerische Studium ist ein breites Angebot, einer von unterschiedlichen Künstlern geprägten Lehre, grundsätzlich positiv. Durch die Arbeitsbeziehungen der Lehrenden zu Regisseuren und Theatern, bekommen die Studierenden einen frühen und unschätzbaren Eindruck vom gedanklichen und arbeitstechnischen Umfeld der zeitgenössischen Theaterlandschaft.

Das Studium im Studiengang Bühnenbild an der Universität der Künste Berlin hat durch die institutionelle Nähe zu anderen künstlerischen Studiengängen mit entsprechend vielfältigen Einflüssen seit jeher eine starke und unmittelbare Ausrichtung an den internationalen Entwicklungen der aktuellen darstellenden und bildenden Künste.