Home

Login

Studium

Chronik

Studienorte

Projektarchiv

Fantomoj

4. Workshop Bühne Regie

Germania

K.O.16

Das Heer

K.O.15

K.O.14

K.O.13

K.O.12

K.O.11

K.O.10

K.O.9

K.O.8

K.O.7

K.O.6

Händel 1-3

K.O.5

K.O.4

K.O.3

K.O.2

K.O.

Heimspiele

Trotzdem

Object of(f) stage

Two Pieces + 2

Veranstaltungen

Prague Quadrennial 2007

Materialien

Studenten

Dozenten

Kontakt

Impressum



Über das Projekt

 

 

K.O: Sechs abseitige Kurzopern

war eine Produktion der Universität der Künste Berlin in Kooperation mit der Komischen Oper Berlin und der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Die Aufführungen fanden im September 2004 auf der Probebühne der Komischen Oper Berlin statt.

Klassisch-Moderne und zeitgenössische Kompositionen, die im weitesten Sinne als Grotesken beschrieben werden können, wurden an einem Abend gezeigt. Besonders interessant waren dabei die Interpretationen ein und desselben Stoffes durch verschiedenen Komponisten, sprich Ernst Toch 1928 und Jörg Widmann 1997 sowie die Interpretation einer Komposition "Herzstück" durch zwei Inszenierungsteams an einem Abend. Alle sechs Stücke waren in ein dramaturgisches und ein bühnenbildnerisches Gesamtkonzept eingepasst. Es entstand nach Vorgaben der Dramaturgie der Komischen Oper Berlin und wurde von Studierenden der Studiengänge Bühnenbild und Bühnenkostüm der Universität der Künste Berlin sowie Studierenden der Kunsthochschule Berlin Weißensee, Studierenden der Regieklassen an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" weiterentwickelt. An diesem Projekt waren darüber hinaus Studierende der Studiengänge Gesang/ Musiktheater, Musik und Szenisches Schreiben der Universität der Künste Berlin, Studierende der Studiengänge Gesang und Musik der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und eine Studentin des Studienganges Mediendesign der Kunsthochschule Berlin Weißensee beteiligt. Damit waren Studierende aller vier Berliner Kunsthochschulen in diese Produktion eingebunden, die nunmehr zum dritten Mal als Initiative der Bühnenbildklasse an der UdK-Berlin in einer Reihe von Kooperationsprojekten disziplin-, instituts- und fakultätsübergreifend einem praxisorientierten und interdisziplinären Studium von Theater- und Musikstudierenden diente. Insgesamt haben an dieser Inszenierung 46 junge Künstler, aus Norwegen, den USA, Italien, Frankreich, Israel, Großbritannien, Polen, der Türkei, Russland, Japan, China, Griechenland, Australien und Deutschland miteinander gearbeitet.

Neben studentischen Beteiligten unterstützten auch professionelle Schauspieler und Musiker die Produktion. Die musikalische Leitung hatte der australische Pianist und Dirigent Scott Curry.


Tom Johnson: The Four Note Opera, Uraufführung (UA) 1972

Fünf Sänger, die vier Noten A, B, D und E und ein frustrierter Pianist artikulieren einen spöttischen Kommentar zur Welt der Oper. Die minimalistische Musik von Tom Johnson entwirft keine lineare Handlung. Musikalische Struktur und gespielte Subtexte verweben sich zu einer Textur absurder Bilder.

Tom Johnson, geboren 1939 studierte Musik in Yale und später Komposition bei Morton Feldmann. Er gilt als Minimalist, arbeitet mit einfachen Formen, überhaupt mit reduziertem Material, das er nach streng logischen, mathematischen Prinzipien ordnet.

Regie: Anestis Azas, Bühnenbild: Philine Rinnert, Kostüme: Doro Brodrück, Sopran: Katrina Kumpane, Mezzosopran: Hannah Elisabeth Sußmann, Tenor: Thomas Kalka, Bariton: Rainer Scheerer, Bass: Lars Grünwoldt.


Jörg Widmann: K(l)eine Morgenstern-Szene, UA 1997, nach Christian Morgenstern

Ein Dialog zwischen einer Frau und einem Mann: Eine Kommunikation ohne Opponent. Jörg Widmann instrumentiert die Isolation des Individuums. Er beschreibt das Scheitern von Kommunikation und Phänomene des Gefangenseins im Selbst.

Regie: Nurkan Erpulat, Bühnenbild: Florent Martin, Sopran: Dan-Aliza Muszkatblit, Sprecher/ Tänzer: Jean Marc Lebon, Schlagzeug: Björn Johannsen, Hackbrett: Eric Kross

 

 


Friedrich Goldmann: Herzstück oder Der Tumor Gratis

Ein skurriler Text von Heiner Müller, in dem einer dem anderen im tatsächlichen Sinne sein Herz zu Füssen legen will. Das Herz lässt sich aber nicht ohne weiteres entfernen. Ein Taschenmesser wird gebraucht. Doch ihr Herz ist von Ziegelstein und schlägt nur für sie... Ein Herz ist eben doch nur ein zuckender Muskel.

Friedrich Goldmanns Komposition hinterfragt und verarbeitet klassische Formmodelle und Strukturmuster, entwickelt daraus eine expressive Klanglichkeit.

Regie: Arved Schultze, Bühnenbild/ Kostüm: Nikola Grusnick, Musik: Benjamin Weidekamp, Textfassung: Juliane Hahn, Sopran: Sachiko Muta, Sprecher: Joachim Konrad, Dr. Sick: Jürgen A. Verch, Hal: Andree- Östen Solvik, Gitarre: Johannes Öllinger, Flöte: Shih-Chun Chen.


Friedrich Goldmann: Herzstück, (2) UA 2003

Eine zweite Variante von Herzstück. Ein anderes Regieteam bearbeitet dasselbe Stück von Goldmann. Während die erste Interpretation Liebesgeflüster ironisch parodiert, geht es in der zweiten eher um den Versuch einer politischen Deutung des Müllerschen Textes. Regie: Solvjeg Franke, Bühnenbild: Franz Gronemeyer, Sopran: Sachiko Muta, Darsteller: Konrad Arlt, Gitarre: Johannes Öllinger, Flöte: Shih-Chun Chen.

 

 

 

 

 

 


Ernst Toch: Egon und Emilie, op. 36, UA 1928

Ernst Toch hatte bereits 1928 mit den Mitteln der Neuen Sachlichkeit die bei Jörg Widmann beschriebene Szene von Christian Morgenstern bearbeitet.

Der aus Wien stammende jüdische Autodidakt Ernst Toch war schon im Alter von 17 Jahren ein gefeierter Komponist. Seine Erfolge erreichten im Deutschland der Zwanziger Jahre einen Höhepunkt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 musste er emigrieren. Toch ging in die USA und arbeitete dort sehr erfolgreich. Seine Kompositionen brachten ihm eine dreimalige Nominierung für den Oscar ein. Sein Werk umfasst Kammer- und Filmmusik, dramatische Werke sowie 7 Sinfonien. Die Komposition von Ernst Toch aufzuführen und so an den in Deutschland inzwischen weitgehend vergessenen Komponisten zu erinnern, erscheint uns wichtig.

Das Melodram des jungen Jörg Widmann kann als elementare Versuchsanordnung beschrieben werden. Hier wird das Verhältnis zwischen Sprache und Musik untersucht, fragend, wie wird aus Sprache und Musik Musiktheater. Wenn Sprache als verbale Kommunikation im Leben scheitert, scheitert sie auch auf der Bühne.

Regie: Robert Desmond, Bühnenbild: Judith Oswald, Kostüme: Eva Martin, Emilie: Sara Hirschkowitz, Egon: Paul Sonderegger, Klarinette: Sandra Kutter, Klarinette: Martin Funk, Bassklarinette: Hanno Pilz, Alt-Saxophon: Andrei Lakisov, Trompete: Tom Pielucha, Fagott: Jochen Schneider, Basstuba: Thomas Vogel.


Ned Rorem: Three Sisters Who Are Not Sisters, UA 1968, Text: Gertrude Stein

Fünf junge Menschen sind auf der Suche nach dem letzten Kick. Sie töten einander aus langer Weile. Die Unfähigkeit zu Emotionen lässt sie Mord als letzten Versuch begreifen, sich zu spüren oder überhaupt etwas zu spüren. Schmerz wird als intensivste Form der Selbsterfahrung verstanden, Mord als Akt der Selbstbefreiung. Ob alles nur ein Scherz war und die Leichen am Ende wieder aufstehen, bleibt offen.

Ned Rorem, der im letzten Jahr 80 wurde, gilt als einer der größten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er gewann 1976 den Pulitzer Preis für Musik und 1989 einen Grammy Award. Darüber wird der Komponist als erfolgreicher Essayist, Chronist und Ikone moderner Kultur gefeiert. Sein beträchtliches Werk umfasst u.a. 9 Opern, 4 Sinfonien, 4 Klavierkonzerte, unzählige Orchester- und Kammermusikwerke, Chorwerke, Ballette und Hunderte von ungeheuer populären Songs. Er begreift sein kompositorisches Schaffen konträr zur 12-Ton-Musik, die Atonalität und Dissonanz fokussiert. Rorem setzt auf Tonalität und Klang.

Regie: Wojtek Klemm, Bühnenbild: Nina Janke, Jenny: Shira Karmon, Helen: Johanna Morsch., Ellen: Hanna Elisabeth Sußmann, Samuel: Assaf Kacholi, Sylvester: Tobias Link.